Evangelische Kirchengemeinde Neuss-Süd stellt Weichen für die Zukunft
Pressemitteilung der Evangelischen Kirchengemeinde Neuss-Süd
Neuss, 18.05.2026
Die Evangelische Kirchengemeinde Neuss-Süd hat in einer Gemeindeversammlung am 17. Mai 2026 über die künftige Gebäudebedarfsplanung informiert. Ein zentrales Ergebnis: Das Presbyterium hat beschlossen, das Gemeindezentrum der Auferstehungskirche in Weckhoven bis spätestens zum September 2032 aufzugeben. Ebenso wird das Gemeindezentrum der Friedenskirche in Uedesheim spätestens bis zum Juli 2031 aufgegeben. Die Mitarbeitenden wurden vorab informiert; ihre Arbeitsplätze bleiben von dieser Entscheidung unberührt.
Pfarrer Dirk Thamm erläuterte als Vorsitzender die Hintergründe der Entscheidung, die dem Presbyterium sehr schwergefallen ist. Bei sinkenden Gemeindegliederzahlen und damit auch der zukünftigen Kirchensteuereinnahmen gab es jedoch allein schon aus finanzieller Sicht keine Alternative zur Schließung von zwei Gemeindezentren, zumal nach dem Klimaschutzgesetz der Landeskirche alle weiterhin genutzten Gebäude ab 2035 klimaneutral sein und somit aufwendig energetisch ertüchtigt werden müssen. Zudem steht die Gemeinde wie die gesamte Evangelische Kirche vor einem drastischen Pfarrermangel. Ab 2032 wird die Gemeinde nur noch 2 (statt jetzt 4) Pfarrstellen innehaben. Die Kreissynode Gladbach-Neuss hatte daher schon im November 2025 beschlossen, den Gebäudebestand im gesamten Kirchenkreis bis zum Jahr 2035 zu halbieren.
Beteiligung und Ausblick
Pfarrer Thamm machte aber auch Mut: „Uns ist bei der Beratung noch einmal sehr bewusst geworden, dass Gemeindearbeit in erster Linie durch Menschen geschieht. So sehr wir Gebäude als Orte der Beheimatung auch wertschätzen, letztlich sind sie doch nur Mittel zum Zweck. Mit der jetzigen Entscheidung stellen wir uns als Gemeinde langfristig handlungsfähig und zukunftsorientiert auf.“
Für die Gemeindeglieder ist wichtig zu wissen, dass der Betrieb vorerst wie gewohnt weiterläuft. Gottesdienste, Kirchenmusik, Jugendarbeit sowie die bestehenden Kreise und Gruppen finden weiterhin statt; eine unmittelbare Schließung der beiden Gemeindezentren steht nicht bevor.
In einem nächsten Schritt wird die Gemeinde nun Konzepte für eine sinnvolle Nachnutzung der Gebäude und Flächen entwickeln und für die bestehenden Angebote alternative Orte und Formate erarbeiten.
Pfarrer Dirk Thamm, Voritzender des Presbyteriums